DOLBY, HIGH COM, dbx, DNL oder was?

Das Rauschen der Bänder

Es gibt sie eingebaut in Cassettendecks, als externe Geräte in 19“ Gehäusen und (bei HIGH COM) als Bastler Bausätze aus den 70ern in kleinen Plastikkästen mit Original TELEFUNKEN HIGH COM Modulen (WDR Hobbythek).

Eines ist allen gemein. Es sind Rauschunterdrückungssysteme für analoge Quellen, meistens für Cassetten oder Tonbandmaschinen. Über die Funktionsweise der verschiedenen Systeme werde ich hier jetzt nicht referieren. Es gibt reichlich Referenzen bei WIKI und im Netz. Aber die Unterschiede sind schon beträchtlich.

Zu Beginn und zum Verständnis: Je langsamer die Geschwindigkeit eines Tonbandes um so größer ist das Bandrauschen, also bei Cassetten die mit 4,75 cm/s laufen schon störend. Bei Bändern auf Tonbandmaschinen mit 9,5cm/s oder gar 19 cm/s kann man auf solche Hilfsmittel verzichten.

Beginnen wir mit dem DOLBY SYSTEM. DOLBY B ist mit Sicherheit der weit verbreitetste Standard, der sich auch in Cassettendecks sehr schnell etabliert hat.

Es vermindert das Bandrauschen erheblich und die damit bespielten Cassetten sind auf allen Decks die mit diesem System ausgerüstet sind kompatibel. Fast alle Kaufcassetten der großen namhaften Plattenlabel waren mit diesem System bespielt. Selbst ohne DOLBY B können die Cassetten einwandfrei wiedergegeben werden. Die Rausch -vermindernde Funktion ist allerdings dann nicht gegeben.

Aber mit einem dezenten Dreher am Höhenregler lassen sich die dann etwas überspitzten hohen Töne bändigen. Es gibt sonst keine negative Probleme bei der Wiedergabe. Selbst die für große Tonbandmaschinen geschaffenen Einheiten waren sehr effektiv und zuverlässig.

Das HIGH COM. Die Firma TELEFUNKEN brachte dieses System auf den Markt. Ich habe damals auch einige Versuche mit diesem System auf Bandmaschinen und Cassettendecks gefahren, bin aber mit den Ergebnissen nicht zufrieden gewesen. Das System reagierte sehr empfindlich auf falsche Einstellungen beim Einmessen (Wiedergabe/ Aufnahmepegel) oder bei Bandproblemen. Ein störendes „Atmen“ des Signals war immer irgendwie vorhanden. Ein gleicher Effekt stellt sich auch bei der Verwendung von DOLBY C ein. Ein weiterer Nachteil: Ohne diese Systeme ist eine Wiedergabe nicht möglich.

dbx. Eine eigene Liga. Dynamik pur. Neben dem Effekt der Rauschunterdrückung hebt dieses System den Dynamikpegel in eine andere Dimension. Hier gilt aber auch, und das sehr extrem: Ohne dbx Decoder können die mit diesem System gemachten Aufnahmen nicht wiedergegeben werden.

Will man also mit dbx oder HIGH COM arbeiten, sollte ein Reservesystem zur Verfügung stehen, um bei einem Ausfall noch auf die Aufnahmen zugreifen zu können. Die wären nämlich sonst unwiederbringlich debeixt oder gehicomt.

Merke: Will man die Systeme nutzen müssen sie bei Aufnahme und Wiedergabe eingesetzt werden.

Für Cassettendecks unumgänglich: DOLBY B. Kaufen Sie keines ohne !

DNL, von PHILIPS entwickelt steht für Dynamic Noise Limiter. Irgendwie ein Behelf um Aufnahmen die ohne DOLBY gemacht wurden doch noch zu entrauschen. Ich hatte einen solchen externen Limiter. Es war keine Alternative zum DOLBY. DNL wurde oft bei preiswerten Cassettendecks verwendet die kein DOLBY eingebaut hatten.

Ein weiteres Rauschminderungssystem kam von JVC. ANRS. Hier sollte man die Kompatibilität beachten. Da dieses System nur von JVC verwendet wurde, läuft es auch nur auf Geräten dieser Marke.

Es gab noch einige andere Systeme diverser Hersteller. Durchgesetzt haben sie sich nicht.

Heute sind diese Systeme fast vom Markt verschwunden. Nur vereinzelt werden noch Einheiten angeboten. Wenn auch in Cassettendecks unverzichtbar, kann man bei Bandmaschinen gut auf ihren Einsatz verzichten. Setzt man solche externen Rauschverminderer trotzdem ein, sollte man immer den Service im Kopf behalten. Reparieren lassen sich solche Systeme nur von Spezialisten……und die werden immer rarer !