DER GERÄUSCHEMACHER !

Um es gleich vorweg zu nehmen. Das Gerät gehört nicht zu meinem aktiven Equipment und lagert dort, wo es keine Geräusche machen kann. Im Keller !!
Darum ist die Kategorie „Die Maschinen“ der falsche Platz und den mußte er räumen. Dort finden sie jetzt die TEAC X-10 .
Aber mir ist die Info zum LP-120 wichtig und deshalb finden sie den Artikel jetzt auf der Seite LEGENDEN verlinkt.

Die Geschichte dazu

Wie schon berichtet, ersteigerte ich mir diesen berühmten „Profi Turntable“ mit Geräuschen im (am) Motor. Dieser Bericht und der beigefügte Link zeigen Abhilfe, die auch wirklich funktioniert. Der Motor hat zwar weiterhin seine Geräuschkulisse, die Weitergabe an das System und somit an die Lautsprecher wird aber sehr effektiv gemindert. Das hier gezeigte Exemplar von audio-technica ist eines von vielen. Gleich aussehende Modelle gibt es von Dutzenden anderer Anbieter. Betroffen sind die direkt angetriebenen Player, anscheinend alle aus dem gleichen Stall.
Viele können sich die Geräuschkulisse dieses Players vielleicht nicht vorstellen. Und das das kein Einzelfall ist zeigt ein YouTube Video unter folgender Adresse:
https://www.youtube.com/watch?v=YxVa8THzAEA

Eine direkte Verlinkung ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Leider wurde das Video, aus welchem Grund auch immer, als privat markiert und kann nicht mehr abgerufen werden. Ich lasse den Link stehen. Vielleicht ändert sich der Status wieder. Für mich eine unverständliche Aktion bei einem Thema, das viele interessiert.

Sehen Sie sich hier das Video mit den empfohlenen Änderungen an.
Eigentlich erklärt sich der Eingriff von selbst.  Die „Pieces of soft dumping“ sind bei mir 6 Stück Kabeldurchführungen aus weichem Gummi, die ich wie beschrieben zwischen die Haltepunkte gelegt habe. Im Video sind das schmale schaumstoffartige Streifen. Versuch macht klug. Probieren sie ruhig einige Materialien aus.  ACHTUNG !! Die Schrauben nicht wieder eindrehen. Die Metallplatte bleibt lose mit den Gummipuffern auf dem Chassis liegen. Man verhindert mit dieser Maßnahme die Weitergabe der Resonanzen an das Gehäuse, das mit seiner Plastikwanne wie ein Verstärker wirkt. Liegt die Metallplatte Loch auf Loch mit dem Gehäuse, ist die Achse wieder richtig zentriert. Wird auch nur eine Schraube wieder eingedreht , sind die Motorgeräusche sofort wieder äußerst präsent.

Man kann sehen, das der Teller deutlich höher steht.

Kabeldurchführungen wurden als Puffer verwendet.

Hier rot markiert. Man sieht die kleinen Gummipuffer unter dem Teller.

Da der Teller nun um einige Millimeter höher steht, muss auch der Tonarm in der Höhe angepasst werden. Bei diesem Modell kein Problem. Der Arm ist höhenverstellbar. Meines Wissen ist das auch bei den anderen baugleichen Modellen der Fall. 5 mm wurden in der Höhe verstellt. Bleibt mir nur der tief empfundene Dank an den Verfasser des Videos Panayotis Kritidis.



Er stand  (und steht jetzt wieder) abgemeldet im Keller. Ohne diese Modifizierung wäre er über kurz oder lang beim Wiederverwerter gelandet.
Im Prinzip war ich mit meiner Fehlersuche an der Aufhängung schon auf der richtigen Spur……..nur an der falschen Stelle.

Es finden sich inzwischen einige Beiträge und Lösungsvorschläge zu diesem Problem im Netz. Auch reichlich skurrile Maßnahmen sind darunter (z.b. Motor ölen). Hier muss ich warnen. Diese Tips sind absoluter Unfug. Direktläufer sind auf Lebenszeit gefettet und ein nachölen, mag es auch noch so kreativ empfohlen werden völlig unnötig und für den Motor nicht von Vorteil. Die hier angesprochene Modifikation ist die schnellste und (messtechnisch) beste Lösung. Noch besser wäre natürlich eine Chassis- und Motor Modifikation des Herstellers, welche auch das Trafoproblem berücksichtigen sollte. Für Besitzer des aktuellen Modells käme die allerdings zu spät.
Nach Tagen des Probierens und einigen Messungen kann ich diese Gummivariante als Isolator nur empfehlen. Die aufgezeichneten Signale enthalten keinerlei Motorlaufgeräusche mehr, die Schallplatten werden  sauber wiedergegeben. Der Spieler ist von 2010, also nach 8 Jahren doch noch ein befriedigendes Ende.

Gut zu sehen. Der Gummipuffer unter dem Chassis. Das dürfte aber nicht alles gewesen sein. Auf der Suche nach einer optimalen Dauerlösung werde ich in den nächsten Wochen das Chassis noch einmal genauer untersuchen.



Der AT LP-120 von innen. Der Trafo, der Vorverstärker und der USB Anschluß wurden entfernt.

Die Dauerlösung wird es dann wohl doch nicht geben. Ein weiterer bekannter Fehler des LP-120 ist die Anti Skating Funktion, die leider gar keine Funktion hat. Es gibt bei You Tube einige Lösungsvorschläge zur Beseitigung dieses Problems. Dazu muss der Tonarm ausgebaut, zerlegt und die Anti Skating Feder gekürzt bzw. durch eine stärkere ersetzt werden. Eine ziemlich aufwendige Geschichte. Aber da ich schon mal dabei war wurde dieser Eingriff gleich mit erledigt. Gleich vorweg, es hat nichts gebracht. Zwar gab es etwas mehr Gegenzug, aber für höhere Auflagegewichte als 1,8 gr. reichte das nicht aus. Nach neueren Recherchen wurde an den aktuelle Modellen einiges verbessert, das Anti Skating war aber wohl nicht dabei. Die ganze Bastelei ist eigentlich unnötig und der Zeitaufwand immens.

Ich habe noch 4 andere Spieler mit sehr viel besseren Eigenschaften, die ich auch nutze. Hier geht es nur um das Prinzip des machbaren. Eine Konkurrenz zu meinen anderen Plattenspielern von Kenwood, Thorens, Nikko und jetzt auch Technics SL 1200 MK II ist der audio technica LP-120 nicht.

Noch komplett. Aber das muss zum kürzen der A.S. Feder alles gelöst und ausgebaut werden.

Und erstens kommt es anders…….
Nach heftigem Zureden eines Freundes und dem ständigen „Der soll doch wohl nicht in die Tonne“ habe ich mich in einer Nachtaktion entschlossen es noch einmal zu versuchen. Erstaunlich wie einfach und schnell so etwas geht, wenn man es schon mal gemacht hat. Arm runter, alte Feder raus, neue Feder (wesentlich stärker) rein. Und es funktioniert. Zwar passt die Skala auf dem Anti Skating Regler nicht mehr mit der Wahrheit überein, muss aber auch nicht. Mit Testequipment und Fingerspitzengefühl lässt sich das A.S. wunderbar einstellen. Auch die Messwerte  mit einer Testplatte (RCA HiFI Test) sind jetzt wesentlich besser als vor der Modifikation. Einem Technics 1210 kann der AT trotz aller Modifikationen nicht das Wasser reichen. Dazu fehlt der Konstruktion die Basis.
Nächste Runde…………..



„GRUNDLAGENFORSCHUNG“

Ein weiteres Problem stellt der Plattenteller dar. Er hat direkten Kontakt zum Motor. Und so werden die Motorgeräusche auch auf den Teller übertragen, auf die Platte und zwangsläufig auch auf den Tonabnehmer. Ausschließen kann man diesen Übertragungsweg leider nicht. Die Achse liegt im Zentrum des Tellers und hat Kontakt zur Schallplatte. Es ist also alles mehr oder weniger ein Behelf. Hat man Spaß an Forschung und Technik ist das sicherlich eine Herausforderung die Motorgeräusche zu minimieren.
Hätten die Entwickler ihre Schularbeiten gemacht, würde ein leise und ruhig laufender Motor in diesem Spieler seine Arbeit verrichten. Direct Drive Plattenspieler gab es schon vor 30 Jahren. Und ihr Antrieb war lautlos. Selbiges gilt für die Antiskating Funktion.

Es ist doch nur das „Spitzerl“ !

Minimaler Kontakt zur Platte !

Auf dem gezeigten Teller liegt eine Filz-Slipmat von 3 mm und darüber die Gummiauflage von 1,5 mm. Das hebt die Schallplatte so hoch, das nur noch „das Spitzerl“ mehr oder weniger Kontakt mit der Platte hat. Die jetzt starke Dämpfung des Tellers durch den Filz und das Gummi verbessert die Daten weiter. Die Verbesserungen sind deutlich hörbar.
Und damit ist dieses Projekt für mich auch abgeschlossen. Sicherlich kann man mit diesem Player Schallplatten hören, aber es gibt andere und bessere Spieler. Ein stabileres Gehäuse (anderes Material), ein ruhiger und besserer Motor, ein Tonarm mit funktionierendem Anti Skating und gedämpftem Lift wären schon ein Anfang.

Stellt sich für mich die Frage warum so ein Produkt mit diesen Schwächen überhaupt den Weg auf den Markt findet und fast 10 Jahre unverändert gebaut werden kann ?



TECHNICS SL 1200 MKII / 1210 MK II

Der Vollständigkeit halber hier das Original. Zwar auch schon ergraut und gebraucht. Aber immer noch fit wie am ersten Tag.
SL 1200 bezeichnet die Ausführung in hell, der SL 1210 ist das selbe in schwarz.



Er ist der Vater aller Disco Plattenspieler. Startet unglaublich schnell und bremst auch genau so. Heute, im Zeitalter der digitalen Musikdateien kein Problem mehr die Titel passend zu starten. In den 70ern war das im laufenden Disco oder auch Sendebetrieb nicht so einfach. Der erste erschwingliche Studioplayer mit professioneller Technik für Semis und Amateure. Selbst nach 30 Jahren immer noch die Numero Uno….und wird ja auch wieder gebaut !



Manchmal wird man von seinen eigenen Beiträgen eingeholt. Ein Leser machte mich darauf aufmerksam, dass ich diese Discoplayer ja verrissen hätte da die ja keine Endabschaltung hätten. Irgendwie richtig aber doch falsch. Zum Wohnzimmerbetrieb sicherlich nicht die optimale Lösung, aber das ist ja nun eine individuelle Entscheidung. Ich möchte den TECHNICS beim Überspielen und produzieren im Studio nicht missen. Ein Arbeitstier und die Referenz überhaupt.

In Sachen Qualität und Funktionalität hängt der Technics die Latte schon sehr hoch. Und das man runde 8 Jahre nach Produktionsende die Herstellung in stark verbesserter Version wieder aufgenommen hat, zeigt was da die Platten dreht !!
Kurz: Das Maß der Dinge !!