Kontakt Ecke

Immer wieder kommen Fragen und E-Mails zu Kontaktproblemen in Bandmaschinen, Cassettendecks, Verstärkern und anderen Geräten der Unterhaltungselektronik. Das folgende Foto zeigt 3 Kandidaten, mit deren Hilfe die Probleme beseitigt werden können. Wo die Produkte zu kaufen sind kann man leicht ergoogeln.

VOR DER ANWENDUNG GERÄT VOM NETZ TRENNEN !!

Zur Anwendung: Man sollte versuchen so dicht wie möglich mit dem Sprühhalm an die betroffenen Stellen zu kommen. Kontakte leicht einsprühen (wenig ist hier viel) und die Schalter einige Male hin und her bewegen. Je öfter umso besser. Nach kurzer Verdunstungspause (Einwirkzeit) probieren, ob die Kontaktprobleme beseitigt sind. Evtl. Vorgang noch einmal wiederholen.  Die Sprays sind elektrisch nicht leitend. Man braucht sich also keine Sorge um evtl. auf der Platine vorhandene Sprühreste machen. Bei Bandmaschinen  etc. ist darauf zu achten, dass kein Spray an das Laufwerk  (Riemen, Treibräder und Pulleys) gelangt. Es kann durchaus passieren, dass nach einigen Tagen das Kontaktproblem noch einmal auftritt. Was lange vor sich hin oxidiert hat ist nicht immer sofort vom „Dreck“ befreit. Dann sollte man die Sprühaktion noch einmal wiederholen. Also nach der Reinigungsaktion erst einige Tage probieren, bevor man alles wieder zusammenbaut. Und Tips wie „Schalter keinesfalls einsprühen sondern reparieren lassen“ kann man getrost ignorieren. Es gibt Schalter, die kann man nicht reparieren. Jedenfalls nicht solche in 30 Jahre alten Geräten. Und auch Wunderreparierer haben bei diesem Fehlerbild nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten. Es werden diverse Mittelchen angeboten, die aber letztendlich alle das gleiche bewirken sollen…nämlich die angelaufenen Kontakte zu reinigen. Auch das entfernen des schwarzen Belages mit einem Glasfaserstift oder gar Schleifpapier ist nicht ratsam. Man schleift damit die Gold bzw. Edelmetallbeschichtung ab, was die Kontaktprobleme nur noch weiter verschärft. Kontaktsprays sind für diese Probleme bestens geeignet.

Bei Potentiometern (Fadern):

Potis bzw. Fader leicht einsprühen und Regler von Anschlag zu Anschlag mehrfach bewegen. Nach erwähnter Einwirkzeit überprüfen. Sollten die Potis leicht und evtl. rucklig laufen, keine Sorge. Nach Verdunsten des Sprays (oder nach einigen Tagen) legt sich das wieder. (Abhängig vom Material).

Sei noch erwähnt, dass man keinesfalls Kontaktspray zur Behandlung von Potis und Fadern benutzen sollte. Es schadet mehr als es nutzt !

In der der Reihenfolge ihres Auftretens: Links (grün) das Spray für Potis und Fader. Die roten Dosen bedienen Schalter und Tasten.

Die abgebildeten Sprays:

DioxIT F 5 (Grün) für Potis und Fader
DioxIT D5 (Rot) für Kontakte
KONTAKT 60plus für Kontakte

Eines sei für unerfahrene „Tonbandgeräte Instandsetzer“ noch erwähnt. Es gibt nicht nur die sichtbaren Schalter. Im Gerät, besonders auf den Platinen der Aufnahme- bzw. Wiedergabeverstärker befinden sich Schiebeschalter mit vielfacher Kontaktbelegung, die das Gerät vom Wiedergabe in den Aufnahmemodus schalten. Hier werden Entzerrung, die Umschaltung der VU-Meter, Oszillator, Vormagnetisierung und vieles mehr umgeschaltet. Kontaktprobleme in diesen Schiebeschaltern bringen die merkwürdigsten Fehler zum Vorschein. Was sich erst einmal nicht wie ein Kontaktproblem anhört, könnte trotzdem eines sein. Verdreckte und oxidierte Schalter gehören bei alten Geräten zur häufigsten Fehlerquelle. Hier sollte als erstes nach Problemen gesucht werden.

Bei fast allen meinen Geräten waren in vielen Fällen Schalter verantwortlich.

Vielleicht nicht das beste Beispiel, weil dieser Schalter (in einer B77 von ReVox) keine Probleme macht. >>>
Aber genau diese Art von Schaltern sind gemeint. 10, 20 oder auch mehr Kontakte, die nur durch eigene Federkraft an den Schaltschieber gedrückt werden, haben im Lauf der Jahre mit Oxidation zu kämpfen. Da kann man sich leicht vorstellen, wie komplex Fehler sein können, die durch solche Kontaktprobleme verursacht werden.  Die Art des Kontaktmaterials ist hier sehr entscheidend.