SOUNDCRAFT Spirit ES

„Selbst gestrickte Rackwinkel“ mit vielen Löchern lösen so manches Einbauproblem in nicht Norm konformen Einbauschächten.

Mehr oder weniger ein Zufallstreffer bei einer Internetauktion. Mit meinem Behringer Mischer war ich eigentlich sehr zufrieden, das Routing war vielfältig und ich konnte alle Möglichkeiten die der Mixer bot voll ausnutzen. Zwei Sachen haben mich am Behringer ein wenig gestört, die kurzen Fader (60mm) und (nur) 4 Stereo Eingänge. Als ich den Soundcraft Mixer im Netz fand war mein Erstaunen groß. 10 Stereo Eingänge (alle blauen Fader), dafür aber kaum Routing Möglichkeiten. Hier ist dann wohl Kreativität gefragt. Also habe ich mir den Mischer ersteigert.

Der englische Hersteller ist inzwischen ein Unternehmen der Harman Gruppe und hat mit den gleichnamigen Mixern von Conrad Electronic nichts gemein. Sehr positiv haben mich die Entzerrer-Vorverstärker für Plattenspieler überrascht. Ein Hammer. Da ich noch regelmässig die schwarzen Scheiben abspiele waren die beiden Phono Eingänge gut zu gebrauchen. Ich habe durch meinen Yamaha Verstärker und den Kenwood Basic C2 sehr gute Vergleichsmöglichkeiten. Die Mischpult VV’s sind da absolut gleichwertig. Alles in allem ein guter Kauf. Die Fader habe ich mit Filzen unterlegt da sie sehr leichtgängig sind, man kann sie also versehentlich schnell verstellen. Die Filzscheiben verhindern das. Und 100mm faden kommt extrem gut.
Der Behringer UB 2442 hat inzwischen einen neuen Besitzer gefunden.

100 mm mixing. That’s it !

Netzteilprobleme mit Folgen:

Schaltnetzteile sind in aktuellen Mischpulten inzwischen die Regel, leider. Der Soundcraft Mixer macht da keine Ausnahme. Und ähnlich wie schon bei meinem BEHRINGER UB-2442 verabschiedete sich das Netzteil mit einem lauten Knall und diversen Wohlgerüchen von der Szene.

Da ein Ersatzmixer vorhanden war mußte ich mich mit der Reparatur nicht beeilen. Wie bei allen Pulten dieser Bauart geht auch hier nichts ohne eine komplette Demontage, mit allen Reglerknöpfen, Buchsenmuttern etc. Eine gute Gelegenheit das Gehäuse und die abmontierten Knöpfe einmal zu reinigen.
Der Blick auf das Netzteil brachte die Gewissheit, daß eine Reparatur desselben wohl nicht mehr möglich sein würde. Abgekokelte Wiederstände und zwei defekte Spannungsregler auf einer verschmorten Platine ließen alle Hoffnung sinken. Was ist zu tun ?
Es gibt noch Ersatznetzteile um die 100 Euro. In England wurde ich fündig. Ein Hersteller bot ein lineares Netzteil (mit Netztrafo) für 75 Euro an, was ich auch bestellte und wenige Tage später bekam.
Leider fand ich die Konstruktion sehr unglücklich. Die primären Leitungen wurden über die komplette Platine zum Ringkerntrafo (mitgeliefert) geführt. Ungeschützt und ohne Abdeckung fand ich das dann doch nicht optimal. Warum also das Netzteil nicht auslagern, und mit einer Niedervolt-Steckverbindung ausrüsten? Da ich nach dem ersten Testeinbau schon festgestellt hatte, das die 4 Mikrofoneingänge den Netzteilknall nicht überlebt hatten, war eine Phantomspeisung (48 Volt) nicht mehr erforderlich. Es hatte die Eingangsverstärker (OP’s) komplett zerrissen. Also brauchte ich nur noch +16,-16 Volt die ich mit meinem nun externen Netzteil einspeiste. Ein Test verlief positiv, alle Audioeingänge einschließlich der Plattenspieler Entzerrer funktionierten einwandfrei. Die zerstörten Mic. Eingänge ließen sich über die Insert Buchsen mit externen Vorverstärkern, oder eben Hi-Pegel Signalen noch nutzen. So läuft das Pult auch heute noch störungsfrei….bis auf die leichtgängigen Fader. Es steht jetzt in der Werkstatt und versorgt meinen AA-940 mit den Signalen aus dem Studio oder vom CD Player.
Ich bin inzwischen auch froh darüber, daß meine nun aktuell aktiven Mixer keine Schaltnetzteile verwenden. Vorurteil ? Ich mag’s mit Trafos !