PIONEER A-757 MK II

Er ist wieder da !!

Auf dieser Seite finden Sie:

Sein Markenzeichen ist die etwas schwächelde Power LED. Wenn das alles ist….geschenkt.

Irgendwann kommt alles wieder. So auch mein PIONEER Verstärker A-757. Das Schwergewicht (20 Kg) gab ich vor einigen Jahren an einen Freund ab, allerdings mit Rückkaufoption. Jetzt endlich war es soweit. Im Tausch kaufte ich mir damals den YAMAHA AX 892, ein Schnäppchen mit dem ich bisher sehr gut gefahren bin. Nun laufen beide Geräte bei mir im Studio. Leider gab es einige Defekte die vor der Inbetriebnahme noch repariert werden mussten. Jetzt ist er wieder am Start. In Ehren gealtert aber immer noch mit gutem Sound druckvoll und sauber.

Er hat sogar einen 5ten Fuß. Das Gewicht der Netztrafos ist doch gewaltig.

Bekannt für seinen sauberen Aufbau aber auch für die Hitzeentwicklung, selbst bei kleiner Leistungsabgabe. Die wabenförmigen grossen Alukühler sprechen für sich.

Er hat sogar einen fünften Fuß. Schwere Trafos !

Defekt in der Netzüberwachung. Hat sich selbst überwacht und abgeschaltet.

Versorgt wird der Verstärker von 2 gewaltigen Netztrafos mit einem potenten Netzteil und grossen Siebelkos, die (gemessen) von ihrer Kapazität und den elektrischen Daten nichts eingebüßt haben. PIONEER hat eine ganze Palette von Reference Amps. der 600er und 700er Serie, die sich im Aufbau doch erheblich unterscheiden. Allen gemeinsam ist eine hohe Ausgangsleistung. Grosse Unterschiede gibt es hingegen bei den Netzteilen. Daraus resultieren  die enormen Gewichtsunterschiede (bis zu 10 Kg.)  Die Überwachungselektronik sorgte in diesem Fall für Probleme. Einige kleine Elkos und ein Widerstand verhinderten normalen Betrieb. Das übliche japanische Kabelchaos erschwert den Zugang etwas, ist aber vertretbar.

Die „unprofessionelle“ Art der Reparatur !

Das bekannte Problem der Reference- Amplifier Serie von Pioneer ist nach all den Jahren das Lautstärkepoti. Es kratzt und raschelt. Nach all den Lesungen und Videos im Netz bin ich von einem verschlissenen, defekten Poti ausgegangen. Aber was tut man nicht alles aus Bequemlichkeit, es gibt nichts zu verlieren. Der Regler kratzt sehr stark und beeinträchtigt auch die Kanalgleichheit beim Hören. Also mußte eine Lösung her. Ich entschloß mich das komplett geschlossene Poti anzubohren. 2 Löcher um ein Kontaktmittel (Faderspray) einzubringen, denn ein Ausbau ist schwierig, allein durch den serviceunfreundlichen Aufbau.
Jeweils vorne und hinten am Poti (R+L) habe ich mittig sehr vorsichtig gebohrt. Das Gehäuse ist nicht dick und man ist schnell am Ziel. Allerdings sollte man sehr umsichtig sein um keine Innereien zu beschädigen. Das Poti muss auf Linksanschlag gedreht sein um nicht die Schleifer zu treffen. Ich habe mich in diesem Fall für Faderspray zusammen mit K60+ entschieden, da dieses einen leichten Schmierfilm auf den behandelten Stellen hinterläßt. Ein kurzer Sprühstoß in jedes Loch, danach einige Vollausschläge mit dem Regler und kurz abdampfen lassen.

Hauptsache nicht auslöten. Da kommt man nämlich ganz schlecht dran. Zum nachlöten des Potis bedurfte es eines sehr langen und schmalen Lötkolbens, ähnlich einer Stricknadel.

Und da ich schon mal dabei war, wurden auch alle Schiebeschalter auf der Seitenplatine mit behandelt. Das Gerät lief dann einige Stunden zur Probe. Kein Kratzen oder Rascheln mehr, egal ob mit oder ohne Signal. Gespannt war ich nach 12 Stunden im Ruhezustand. Aber auch am nächsten Morgen war alles noch störungsfrei. Die Zeit muß nun zeigen, ob die Behandlung dauerhaft eine Verschmutzung entfernt, oder nur einen Defekt um einige Zeit verschleiert hat. Die Löcher wurden mit Isoband verschlossen. Diese Aktion fand am 25.08.2017 statt. Aus Sicherheitsgründen wurden auch noch die Potianschlüsse nachgelötet (Nach den Erfahrungen mit noch gutaussehenden aber kalten Lötstellen im Netzteil).

Heute können wir uns zurücklehnen und entspannt der Musik lauschen. Das Poti funktioniert einwandfrei.
Also kein Defekt, einfach nur verstaubt, Und da hilft…..Faderspray !

Nachträgliche Überlegungen haben mich zu dem Schluss kommen lassen, daß ein Verschleiß mit allem was dazu gehört doch recht unwahrscheinlich scheint. Das z.B. Mischpult Fader nach 15 oder mehr Jahren abgenutzt und defekt sind scheint logisch. Sie werden viel bewegt, die Potis werden mechanisch stark gefordert und das hinterläßt Spuren. Nehmen wir einen Lautstärkeregler so ist der Regelkreis relativ eng, Zimmerlautstärke, eventuel ein bißchen mehr und das war es dann. Auch über viele Jahre keine sehr grosse mechanische Belastung. Eine Bewegung von 20 max. 30 Grad.

In Spielumgebung. Der 757 mit einem C1 Vorverstärker von KENWOOD. Let’s work together !!

Gerade bei Verstärkern in dieser Leistungsklasse sind die Bewegungen des Lautstärkestellers doch recht effektiv. Nun vermutet man, da das Poti ja als „staubdicht bzw. geschlossen“ bezeichnet wird keinen Staub im Inneren zu finden. Das stimmt nicht so ganz. An den herausgeführten Anschlüssen sind Öffnungen vorhanden und über diese kann im Laufe der Jahre Staub eindringen. Leider sind diese Schlitze so klein, das man kein Kontaktmittel einbringen kann. Darum also auch die Notwendigkeit das Poti durch Bohren für Kontaktmittel zugänglich zu machen.



PIONEER A-501 R



Aus einer Haushaltsauflösung und vorangegangener Diagnose habe ich einen PIONEER A-501-R Verstärker erhalten. Die übliche Pioneerform, schwarz und 9 Kg. schwer. Das Gerät ist von 1992, hat 2*60 bzw. 80 Watt Sinusleistung (4 bzw.8 Ohm) stand jahrelang in einem Rack und hatte erhebliche Probleme mit dem Eingangswahlschalter und der Lautstärkeregelung.

Weit weg vom eigentlichen Eingangswähler. Ein Motor und der Schalter für den Input.

Offen für alles.

Der Gesamteindruck ließ erst einmal andere Ursachen vermuten. Nach Reinigung und öffnen des etwas wabbeligen Deckels war das Lautstärkepoti zunächst einmal im Focus. Nicht, wie beim A-757 ein geschlossenes ALPS Poti, sondern ein offenes Standardpotentiometer. Die übliche Prozedur mit Faderspray und aktiver Bewegung brachte sofort geräuschfreie Lautstärkeregelung.

Eine tolle Konstruktion ist der Quellenwahlschalter.
Warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Dreht man am Eingangswähler bewegt ein Motor den mitten auf der Platine sitzenden Rotationsschalter um die Eingangsquelle mit dem Verstärker zu verbinden.  Wählt man den Eingang über die Fernbedienung  bewegt der Motor am Wahlschalter den Motor auf der Platine. Warum das der Wahlschalter nicht direkt macht bleibt wohl das Geheimnis von Pioneer.

Hier lag auch das nächste Kontaktproblem. Mit viel Motorbewegung und Kontaktspray konnte die knackfreie Eingangswahl wieder hergestellt werden.   Der A-757 hat nun seinen Platz mit dem A-501 R getauscht um die Alltagstauglichkeit des besprühten Verstärkers zu überprüfen. Klingen tut er gut. Der kleine PIONEER  hat mächtig Wums unter seinem leichten Deckel.

Selbstverständlich wurden alle anderen Schalter auch mit behandelt. Übrigens einer der ersten Verstärker dieser Serie mit Fernbedienung. Über ein Systemkabel können auch CD Player, Cassettendeck, Tuner und Videorecorder fernbedient werden. Der Neupreis lag bei DM 600,00 .
Nach einigen Wochen Laufzeit kam dann der Ausfall des Programmwählers. Kein Grund für die Tonne.

Ein Umbau der besonderen Art.

Diskret aufgebaute Endstufe, kein STK. Das sieht man gerne !!