DATEQ LPM 7.2

DER PROFI AUS HOLLAND

Das Foto vom gereinigten reparierten Mixer.

Sie haben ja Recht….ich habe schon genug Mixer. Aber hier konnte ich nicht „Nein“ sagen. Wieder mal musste ich im Netz einen Mixer ersteigern, ein echtes Schnäppchen für weit unter einhundert Euros. Zwar als defekt angeboten aber laut Angebotstext mit Kopfhörer getestet und in Ordnung. Wie auch immer man dazu steht, die Bezeichnung „Defekt“ war für mich nicht entscheidend. Ist er trotzdem in Ordnung freut mich das natürlich um so mehr.
Im Internet gab’s zu diesem Mixer garnix. Nur zum Nachfolger dem LPM 7.4. Der unterscheidet sich aber extrem von seinem älteren Bruder, technisch und auch optisch. Der Mixer kam und als das Teil auf dem Tisch stand sah ich einen dreckigen Mixer, der wohl auch in seinen jungen Jahren hart rangenommen wurde. Die Einbauspuren und Macken auf der massiven Alufront sprachen für sich.

Sieht erstmal gut aus. Übersichtlicht isser ja!

Bei handelsüblichen Hobbymischern muss man jedes und alles an Knöpfen und Buchsen abbauen um Zugang zur Uni-Grossplatine zu bekommen, auf der alles und jedes montiert ist. Die Fader, die Buchsen und alle elektronischen Bauteile. Das macht man bei Dateq anders. Jeder Input hat eine eigene Platine, der Fader ist gesteckt und lässt sich herausschrauben. Leider inkonsequent durchgeführte Servicefreundlichkeit. Zwar musste ich sowieso alles zur Reinigung zerlegen. Wäre die aber nicht nötig gewesen, hätte ich den Fehler nur sehr schwer suchen können. Eingebaut kann man die Platinen mit der Messspitze oder dem Lötkolben sehr schlecht erreichen. Ausgebaut geht das zwar problemlos. Aber leider kann man die Platinen im ausgebauten Zustand nicht in Betrieb nehmen. Es besteht jedoch die Möglichkeit das „Drumrum“ abzubauen, so das nur noch die Bedieneroberfläche und die Rückwand mit den Buchsen „stehen bleibt“. Das erleichtert ein wenig die Reparatur, auch sind Lötarbeiten so zwar nicht optimal, aber auf jeden Fall besser durchführbar.

Sieht gewaltig aus, ist aber nur ein 19″ Mixer. Alles eine Sache der Perspektive.

Muß eine oder mehrere Platinen ausgebaut werden sollte man auf jeden Fall das Gehäuse auseinanderschrauben um die Karten heraus zu bekommen. Es ist machbar aber umständlich.
Gleich zum Funktionstest.
Input DISC 1 ohne linken Kanal. Na Super ! Das fing zwar gut an, ging aber besser weiter.Es funktionierten alle Inputs, die Fader schienen noch gut und liefen relativ gleichmässig . Dazu aber später. Ausser einer nicht leuchtenden LED im unteren Bereich des VU Meters kamen keine weiteren Fehler hinzu.
Mir sprangen sofort die vielen nachgelöteten Bauteile ins Auge. Es schien wohl schon in der Vergangenheit Probleme gegeben zu haben. Der Ausbau des VU Meters bestätigte das. Viele Lötbrücken, die die LED’s mit der Signalplatine verbinden. Dort wurde ich fündig was die ausgefallene Leuchtdiode betraf. Ich folgte ich dem Beispiel des „vor mir Löters“ und verband die dunkle LED per Draht mit der Signalplatine, in der Hoffnung den Fehler damit behoben zu haben. Wie gesagt, testen geht nicht. Erst muß alles wieder zusammengebaut werden. Und da war ja noch der fehlende linke Kanal im DISC 1.

Stark gebrauchte Fader. Erstmal zurück in den Mixer. Sehen was geht!

Da ich auf den beim Lange Schaltungsdienst in Berlin bestellten Serviceplan nicht warten wollte, begab ich mich mit meinem Durchgangsprüfer auf die Suche nach dem fehlenden linken Kanal. Schon die erste Messung brachte den Volltreffer. Vom Input zum Eingangswahlschalter keine Verbindung. Ungläubig machte ich mehrere Messungen. Doch, das schien es zu sein. Mit Draht die Bahn überbrückt und hoffen den Fehler beseitigt zu haben. Wir werden sehen (hören).
Nach der Reinigung des Gehäuses und dem Zusammenbau kam der grosse Moment. Ich war ja so was von gespannt. Aber es funktioniert alles. Der Sound ist sehr gut. Die Fader nach etwas Pflege einsatzfähig, aber mit unklarem Gleichlauf. Und ein Schnellstart funktioniert nicht, weil die Schaltlasche am Fader abgebrochen ist. Kein Problem denn ich brauche keinen Fernstart.

Dann wären noch ein paar Daten weiterzugeben.

Eingänge: 2x Mic. Sym. XLR umschaltbar auf Line Pegel.
3 x Phono Entzerrer Vorverstärker, umschaltbar.
Eingänge: 7x Line in (umschaltbar 2 pro Fader Stereo)

Sorry. Die billigen RCA Stecker gehören natürlich nur in die Werkstatt.

Alle Eingänge haben Pegelsteller Höhen, Mitten und Bass und Balance. Alle Regler haben Mittelrastung.  Ausgänge: 2 mal Line out mit 0dB und +6dB, Monitor, PFL als Cinch, Stereoklinke für den Kopfhörer und noch mal Cinch für Echo/Return und RECORD.

Wie das immer so ist………….im Laufe des Testbetriebs stellt sich meistens noch dies und das ein.

In Fall des Dateq Mixers waren das die teuren Fader. Der Gleichlauf im Pegel ließ sehr zu wünschen übrig. Die Differenz der Kanäle war erheblich. Also mussten sie getauscht werden.
Durch Recherchen im Netz war klar, das Original Fader nicht mehr zu beschaffen sind und vergleichbare ALPS Fader mit fast 50 Euro zu Buche schlagen. Bei den 4 betroffenen Potis wären das 200 Euro. Zu teuer für den Hobby Betrieb. Also entschied ich mich für ALPS  einer preiswerteren Kategorie.
Auf jeden Fall die richtige Entscheidung. Die Knöpfe wurden gleich mit getauscht, blau für Stereo Inputs, ähnlich den Stereo Fadern des SOUNDCRAFT Mixers. Es geht natürlich bei einem solch alten Mixer und neuen Fadern nicht unbedingt alles glatt. Kleine Distanzrollen waren noch zu beschaffen, damit die Faderkappen nicht zu hoch über dem Gehäuse stehen. Die ALPS Faderschlitten sind etwas länger als die der Original verbauten Regler.

Es ist nicht alles Gold…..

Der  „unvermeidliche“ Nachtrag zu meinem ersterworbenen DATEQ Mixer !

Seit ca. einem Jahr habe ich das Teil nun in Gebrauch und die erwähnten Vermutungen bezüglich der kalten Lötstellen scheinen sich zu bewahrheiten. Beide Mikrofon/ Line Eingänge haben seit geraumer Zeit Probleme mit Signalaussetzern. Und beide Platinen reagieren bei der Fehlersuche auf leichten Druck identisch an den selben Stellen.

Schwer den Fehler zu finden, da es keinerlei Unterlagen zu diesem Mixer oder auch anderen Dateq Geräten im Netz gibt. Selbst Schaltungsdienst Lange in Berlin muß hier passen. So ist eine systematische Fehlersuche sehr schwer. Hinzugekommen ist noch ein Masseproblem an einem der Ausgänge . Hier fehlt plötzlich die Audiomasse. Inzwischen ist nach dem „versuchten“ Ausbau des Summenverstärkers der zweite Ausgang auch betroffen, was für kalte Lötstellen oder, und das wäre viel schlimmer, desolate Leiterbahnen spricht. Total verspannter Sitz, schwer demontierbare Platine und total unter mechanischer Spannung sitzende Cinch Terminals die nur mit einer Schraube gerade an der Rückwand gehalten werden.

Der umständliche Ausbau macht die Reparatur nicht einfacher. Ich werde das Pult wieder zerlegen müssen und mich dann fragen, ob das wohl noch eine lohnende Reparatur wird. Den Erfolg hört man ja erst wieder nach dem Zusammenbau. Der LPM 7.2 neuerer Bauart hat bisher keine Probleme. Ich gehe also mal davon aus, daß das alte Schätzchen ein Test- oder Vorserienprodukt ist.

So viel kalte Lötstellen und Platinenprobleme in einem Gerät sind auf jeden Fall nicht normal.

Augen auf…und durch !

Das Pult wurde komplett zerlegt und nach einigen Messungen kam die Wahrheit ans Licht. Die Summenplatine sitzt so unter mechanischer Spannung, daß die Terminals mit den Cinch Buchsen dem Dauerzug nicht mehr standhalten konnten und die Masseverbindungen innerhalb des Terminals  ausrissen. Durch den Ausbau verschärfte sich das Problem noch und die maroden Verbindungsstücke brachen.
Ich frage mich, wie lange die reparierte Variante hält und ob die anderen Anschlüsse dem mechanischen Dauerstress standhalten. Trotzdem werde ich nur die jetzt aufgetretenen Probleme beseitigen. Erst wenn es wieder Schwierigkeiten am Summenausgang gibt werde ich nach einer anderen Lösung suchen.

Die Terminals der Cinchbuchsen. Die ziemlich dünne Masseleitung hielt der mechanischen Beanspruchung nach all den Jahren nicht mehr stand.

Die  Audiomasse wurde mit Drähten wieder hergestellt. Beim Einbau zeigte sich das Problem wieder sehr deutlich. Ein entspannter Platineneinbau war nicht möglich. Es geht nur mit biegen und Kraftanstrengung. Aber…es ist nichts im Weg. Ich glaube die Einbaumaße passen einfach nicht.

Zu den Inputplatinen mit den Audioaussetzern. Es half nur nachlöten, das nach einigen Versuchen zum Erfolg führte. Nach dem ich die erste Platine fast vollständig nachgelötet hatte, habe ich mich bei der zweiten auf die Lötpunkte fixiert, die bei der ersten Platine beim nachlöten geknistert hatten. Und Bingo ! Ich war froh das kein Leiterbahnproblem vorlag. Sonst wäre es eine lange mühsame Fehlersuche geworden. Die Input Schalter MIC/LINE wurden ausgebaut (weil überflüssig und oxydiert) und die XLR Buchsen erneuert. Bleibt abzuwarten wie sich der Oldie in den nächsten Jahren bewährt. Zur Sicherheit wurden alle Platinen noch einmal abgeklopft und auf kalte Lötstellen überprüft. Gefunden habe ich nichts. Also sehen wir optimistisch in die Zukunft !!
Es hielt nicht mal ein Jahr, dann kamen die nächsten kalten Lötstellen. Pegeldifferenzen waren das Problem. Die betroffenen Platinen konnten dieses mal im eingebauten Zustand nachgelötet werden.  Betroffen war nur ein Eingang, an zwei weiteren wurden auch noch kalte Lötstellen gefunden und beseitigt. Na denn…bis zum nächsten Mal !

Da kommt noch einer !!

Nach den positiven Erfahrungen die ich mit dem DATEQ Mixer in den ersten Monaten machen konnte, kam der Gedanke einen zweiten Mixer dieses Typs einzusetzen evtl. als Ersatz für den Soundcraft. Der mixt zwar einwandfrei, jedoch sind die Fader schon ziemlich verschlissen und schieben sich zu leicht. 14 Fader auszutauschen ist nicht das pure Vergnügen. Vom Preis und der langen Ausfallzeit ganz zu schweigen.
Als Quelle für meine Suche kam nur das wohlbekannte Internet Auktionshaus in Frage. Und nach einigen Wochen fand ich einen DATEQ der zum Verkauf stand. Der Preis war höher als die Summe die ich für den ersten Mixer hinlegen mußte. Aber, die Auktion ging für mich gut aus und der DATEQ kam 2 Tage später.

Der Zustand entsprach dem eines lange gelagerten Gerätes. Verstaubt, die Fader mit Wartungsbedarf. Das Gerät ist aus einer neueren Serie als mein erster DATEQ, was man deutlich an den Tasten (mit Leuchtmeldern) erkennen kann.

2 Fader wurden derweil getauscht. Die preiswerteren ALPS machen ihre Sache gut. Es waren nur Distanzrollen für die Montage erforderlich, weil die Knopflaschen länger als beim Original sind. Äußerlich sind die verschiedenen Fader-Varianten nicht zu erkennen.

Mir blieb eine Komplettzerlegung erspart . Mit dem Reinigen des Gehäuses und der Knöpfe sah das alles schon sehr gut aus. Und die Fader ? Nun ich zählte 3 verschiedene Typen, in diesem neueren Modell, die auf eigens dafür vorgesehenen Platinen montiert sind. Wer sich Lötarbeiten und Improvisationen sparen möchte, kann Fader für € 26,00 nachkaufen. Da ich aber die passenden Fader in meinem Ersatzteilpool habe, beschloß ich mit ein wenig Basteln den einzigen wirklich defekten Fader zu ersetzen. Sieht zwar nicht superelengant aus, funktioniert aber einwandfrei und ist betriebssicher.

Er sieht nicht gerade spektakulär aus, hat’s aber in sich. Ein Disco und Sendepult vom feinsten.

Endlich sind auch die passenden Faderkappen eingetroffen, blau für Stereo Inputs, grau für Inputs in Mono und rot für Master out. Ein kleiner Schaltungskniff war für den Kopfhörerausgang nötig, der leider nur das PFL Signal eines gewählten Kanals oder der Kanalsumme ausgibt. Damit man nicht ständig den Kopfhörer umstecken muss wurde durch eine externe Steckverbindung zwischen Monitor und PFL Ausgang nun auch die Summe hörbar gemacht. Taste drücken genügt.