Wärmende Technik. Die TEAC A 3300.

Das ist sie. Meine Erste, bei einem großen Internet Auktionshaus ersteigerte Bandmaschine, ein TEAC A 3300 SX 2 Track Master Recorder . Das es sich um eine Highspeed- Maschine handelt (19 cm/s, 38cm/s) erkennt man nur am größeren Durchmesser der Capstanwelle und am MR Schild unter den Tasten.

Zum Hintergrund.

Ein Freund hat eine AKAI GX 635. Eine wunderschöne Maschine, eigentlich auch das was ich gern mein Eigen nennen würde. Leider im Netz weit über dem Liebhaber- und Marktpreis gehandelt. Bis zu 700 Euro für eine solches Gerät sind einfach zu viel. Also sah ich mich nach einer Alternative um. Hier schien die TEAC genau die richtige zu sein. Ich bin ein 2 Spur Anhänger und der Preis war auch in Ordnung. Da kein anderer Bieter ein Gebot abgab, konnte ich die Maschine zum Einstandspreis ergattern.
Der „gute funktionsfähige Zustand“ wie im Angebotstext beschrieben, stellte sich aber bald als sehr relative Beschreibung dar. Zwar liefen alle Motoren, die Mechanik funktionierte auch, nur ein Ton war nicht zu hören. Der Grund waren die mit Bandstaub zugebackenen Köpfe, die sich mit den üblichen Standardreinigern nicht vom Dreck befreien ließen. Für mich eine ganz neue Erfahrung.

Ferner roch es aus der Highspeed Maschine stark nach Keller. 

Die Erste. Von außen hui….. von Innen pfui !!

Von meinem Freund (der mit der AKAI) kam der Tip, es doch mal mit Chrompolitur zu versuchen. Es funktionierte tatsächlich. Bandstaub und Korrosionsreste ließen sich hervorragend entfernen. Entsprechend war dann auch der Klang der Maschine. Nach einer gründlichen Innenreinigung, dem Entfetten und Fetten der Andruckmechanik machte die Maschine ihrer Bezeichnung „Master“ alle Ehre. Leider gesellte sich zum positiven Gesamteindruck ein immer lauter werdendes Klockern aus dem Capstan Motor . Ein Problem, das mich auch bei anderen Geräten noch ausreichend beschäftigen sollte. Leider gibt es den Capstan Motor beim TEAC Kundendienst nicht mehr. Nur ein Zufall brachte mir einen Ersatzmotor aus einer wenig gebrauchten TEAC 2300 SX. Hysteresis Synchronmotoren dieser Bauart haben nach vielen Jahren alle dieses Problem ,sofern sie viel Laufleistung absolviert haben und nicht regelmäßig gewartet wurden. Die wenigsten Benutzer haben ihren Maschinen mal eine Wartung nach Herstellerangaben gewährt.

Nur regelmäßige Wartung wie vom Hersteller empfohlen sichert zuverlässigen Betrieb. Der TEAC Capstan Motor. Verbaut in allen Maschinen der 2300/3300 Serie.

Der kleine Schlauch den man am Motor erkennt dient zum Ölen des Gleitlagers. Er ist am oberen und (wie hier zu sehen) am unteren Motorlager vorhanden. Im Motor befinden sich kleine „Tanks“ die das Öl, wenn erforderlich, an das Lager abgeben (Kapillareffekt). Im Laufe der Zeit wird’s im Öltank trocken…im Lager auch und der Motor beginnt axial zu schlagen. In diesem Fall nur ganz leicht und nach Erwärmung. Leider gibt es speziell bei dieser Konstruktion keine Möglichkeit die Lager zu ersetzen.
Erwähnen sollte ich noch, daß die Gleichlaufeigenschaften durch das Klockern nicht beeinträchtigt waren.
Inzwischen haben sich viele Liebhaber dieser Maschinen (2300/3300) mit Fragen nach der Ölfüllmenge und dem Öl gemeldet. Für jedes Lager braucht man 0,5 ml feines Öl für Sinterlager. (Feinmechanikeröl)
Bei dieser 3300 war nur der Capstanmotor zu ölen. Meine 2300 hat auch noch Wickelmotore gleicher Konstruktion mit Schlaucheingängen an den vorderen und hinteren Lagern.
Nach meinen Recherchen soll der gleiche Motor auch in der TANDBERG TD20A verbaut worden sein, angeblich in zwei Varianten. Einmal mit japanischem Motor – einmal mit Motor von Papst. Beweise dafür, das ein Papst-Motor verbaut wurde habe ich aber bis heute nicht gefunden.

Robust und (fast) unkaputtbar. Nur verharztes Fett kann nach der langen Zeit Probleme verursachen. Das lässt sich aber mit etwas Zeit und frischem Fett beheben.

Eine komplette und sorgfältige Reinigung sollte ebenfalls selbstverständlich sein. Der Motorventilator zieht doch einiges an Staub in das Gerät.