TEAC X-10

Die Schöne mit Schwächen!


Auf meiner Agenda stand sie schon lange, allein das richtige Angebot fehlte noch. Wie im Internet üblich sind die für diese Geräte aufgerufenen Preise jenseits der Vernunft und Realität. Und deshalb war bisher ein Kauf einer solchen Maschine ausgeschlossen. Preise zwischen 800 und 1900 Euro war ich nicht bereit zu zahlen.

Aber wie das manchmal so ist fand ich dann über Kleinanzeigen eine solche Maschine. Immer noch preislich hart an der Grenze. Aber mit Verhandlung und komplettem Zubehör hat es dann doch geklappt.
Die Schwächen der X-10 sowie seiner Brüder der X-Serie liegen in den Motoren. Gleichstrommotore mit Kohlen (Bürsten). Also der geflügelte Satz mit dem bürstenlosen Gleichstrommotor findet hier keine Verwendung.

Wer die Artikel über meine ersten Maschinen gelesen hat weiß, daß ich für Capstan Probleme anscheinend eine gewisse Anziehung auf Bandmaschinen ausübe. So hat auch diese X-10 ein Motorproblem. Die Maschine lief zwar soweit einwandfrei, der Capstanmotor gab aber ein leicht nerviges pfeifendes Geräusch von sich, welches man mit gutem Willen und Abstand ertragen, aber auf Dauer nicht akzeptieren kann.

Es gibt viele Artikel zu diesem Motor (EM 1446) ebenso Videos und Reparaturanleitungen. Entscheidend dabei ist aber der eine Versuch der nicht scheitern darf, sonst hat man nämlich keine funktionierende X-10 mehr. Auch scheitern die Bemühungen sollten die Kohlen abgenutzt sein.

Einer der 3 Probleme. Der Capstan Motor der die beiden Capstanwellen antreibt. Die Wickelmotoren sind ebenfalls Gleichströmer.

Meine Strategie ging also dahin einen weiteren Motor aufzutreiben, einzubauen und die nervige Variante zu reparieren soweit das möglich ist. Der Ersatz ist jetzt da. Es gibt diese Motoren auch als Nachbau neu in den USA. Aber mit fast 500 Dollar ist das dann schon kein Schnäppchen mehr. Also frisch an’s Werk. Schauen sie sich erst einmal die Fotos an und lassen sie die Maschine auf sich wirken. Sie ist nicht nur schön, sie klingt auch fantastisch.
In den nächsten Tagen werde ich den Motor zerlegen und eine Reparatur versuchen. Natürlich mit Fotos. Ob es gelingt ?

…..Nun wir werden sehen.

Jetzt gibt es noch einige Bilder vom Inneren der Schönen.

Der weiße Belag der Gummiandruckrollen wird vom Bandmaterial verursacht (PER 528 EMTEC)

Er läßt sich leicht aus-und einbauen. Der Motor an seinem Arbeitsplatz. Rechts daneben die Platine mit der Regelung.

So weit, so gut.
Man sollte einen reparaturbedürftigen Motor nicht zu lange in der Werkstatt liegen lassen. Darum – und weil ich in
solchen Fällen ein wenig ungeduldig bin, habe ich mich entschlossen noch heute den Motor zu zerlegen.
Gesagt getan. Die Horrorberichte aus dem Internet über die Zerlegung und Reparatur dieses Motors kann ich
nicht nachvollziehen. Wichtig ist nur, daß man weiß was man da tut. Markieren der Gehäuseposition ist dabei eine
der wichtigsten Aktionen. Nun mag es daran liegen, daß sich meine Demontage stark in Grenzen hielt. Einfach aus
dem Grund da das Innenleben des Motors, der Kommutator und die Kohlen noch sehr neu aussehen, so als ob das
Teil das Werk gerade verlassen hat. Im unteren Bereich des Motors, da wo sich die Kohlen und die Anschlußplatine
befinden sitzt das untere Lager und auf der Achse des Läufers darüber eine Filzscheibe die die Aufgabe hat, während
des Betriebs Öl an das Sinterlager abzugeben (Kapillareffekt). Der Filz war trocken.
Das obere Lager habe ich ebenfalls mit Öl versorgt und den Motor wieder zusammengebaut. Er läuft, und pfeift nicht mehr.


Das sieht doch gut aus. Keine Kohlenkrümel oder sonstige Verschmutzungen zu sehen. Ich werde natürlich den Ersatzmotor erst einmal in der Maschine belassen. Dieser Motor wird als Ersatzteil zurückgelegt, damit die TEAC  X-10 noch ein langes Leben hat.

Noch einige Worte zu immer wiederkehrenden Anfragen in Internetforen zu dieser Maschine.

Bandführungsprobleme in der Form, das sich das Band zwischen Capstan und Andruckrolle bewegt, aus der Rolle läuft und (oder) verknittert. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Beseitigung. Nehmen wir die einfachsten zu erst. Reinigen der Andruckrollen und Capstanachsen rechts und links. Bringt das keinen Erfolg muss der Capstanriemen getauscht werden. (Erst einmal die preiswerteste Lösung) . Bringt auch das keine Abhilfe sollte man über den Tausch der Gummiandruckrollen (Pinchroller) nachdenken. Das ist keine billige Lösung (ca. 100 Euro) aber wenn die Rollen schon vor 30 Jahren mit der Maschine
das Werk verlassen haben ist es sehr wahrscheinlich, daß das Gummi verhärtet und so der Transport nicht mehr einwandfrei ist.
Das gilt auch für die REVERSE Variante der X-10R. Hier können die Probleme auch einseitig auftreten. Also entweder im Normal – oder (und) im Reversebetrieb.

Noch ein Tipp: Manchmal sind die Rollen für eine TEAC X-10 teurer als einzelne Rollen für die TEAC’s der 2000 oder
3000 er Serie. Die Rollen sind identisch und man kann statt einem teueren X-10 Pärchen auch 2 Rollen für die erwähnten Geräte
kaufen. Aber bitte immer beide Rollen tauschen.