TEAC A -2300 SD

Da müssen schon viele Jahre und viele Bänder durchlaufen, bis eine Bandführung und die Köpfe so verschmutzen.

Als im Dezember 2008 eine TEAC A 2300 SD (DOLBY) mit „Teilfunktion“ per Internet aus einer Werkstattauflösung angeboten wurde und der Preis sich auch kurz vor Ende der Auktion nicht nach oben bewegen wollte, schlug ich zu. Schon etwas anspruchsvoller, mit Relaissteuerung und ohne DOLBY  schon wesentlich teurer als die AKAI GX -210 D, ist diese Maschine mit der Rauschunterdrückung eine echte Bereicherung.
Das sieht ja gut aus.
Neben Staub und Nikotin gibt es noch jede Menge Bandstaub. Es ist die erste Maschine die ich vor der Reinigung nicht einer Funktionsprüfung unterzog. Nach öffnen des Gehäuses stand fest: Erst wird die Maschine komplett gereinigt, dann getestet.
Die Köpfe wurden wieder mit Chrompolitur gereinigt, ebenso die komplette Bandführung. Die Capstanwelle war ebenfalls so stark verschmutzt, das hier auch nur die Politur helfen konnte. Bei meinen Arbeiten an der Maschine kam immer wieder die Frage in mir hoch:“ Wer läßt seine Bandmaschine so lange laufen bis sie so eindreckt“ ? Die Vollreinigung dauerte 3 Stunden. Dann konnte der erste Netzkontakt hergestellt werden.

Auch innen wird alles gereinigt. Ein so verstaubter Lüfter, der den Motor kühlen soll erfüllt seinen Zweck nicht mehr richtig.

Das System zur Rauschunterdrückung wird natürlich auch genutzt.

Nach dem Anblick war ich auf die Funktionsprüfung ja so was von gespannt. Aber, alles halb so wild. Bis auf das bekannte TEAC Problem mit der nicht hochfahrenden Andruckrolle. Also alles wie bei der 3300. Andruckmechanik lösen und ausbauen. Weil in dieser Maschine nicht so viel  Platz wie in der 3300 ist, liegen die Einbauten etwas anders. Aber man kommt überall dran.

Eine Servicedokumentation ist bei diesen Arbeiten unbedingt empfehlenswert.

Das Bild zeigt den Andruckhebel nach Ausbau der Capstanwelle und der am Bandfühlhebel sitzenden Microschalter. Um den Arm abziehen zu können muß entweder der Zugmagnet ausgebaut werden ( Position markieren ), oder die Verbindung zum Magneten. In diesem Fall letzteres. Eine Schraube der Spule ließ sich nicht lösen. Also wurde die Gabel entfernt.
Wie sitzt was ?? Alles gut merken. Sonst gibt’s Probleme beim wieder einbauen. Eine Anmerkung noch zum Magneten. Der läßt im Lauf der Jahre nach und schafft es ( so wie hier ) auch nach dem neu fetten der Mechanik nicht den Hebel komplett in Position zu ziehen. Hier hilft nur das Reinigen des Magneten und ein leichtes einölen der Oberfläche mit einem Wattestäbchen. Bevor man den Rollenhebel wieder einbaut sollte man auf die Position des Bandzughebels achten. Er muß über der Andruckrolle liegen. Beim Einbau des Capstan sollte die Achse mit einem Wattestäbchen leicht eingeölt werden.

Ein TEAC Wickelmotor mit „Öleinfüllschlauch“.

Sind die groben Probleme gemeistert folgen die Wartungsarbeiten, die bisher wahrscheinlich niemals durchgeführt wurden. Das Ölen der Wickel- und des Capstanmotors an den schon oben auf der Seite erwähnten Stellen. Reinigen der Potis und Schalter nach Befund. Hier ganz extrem die Schalter für den DOLBY  Testton und FM Dolby. Die liegen direkt im Signalweg und sollten gründlich gesäubert werden. Zum Ölen eignen sich Spritzen sehr gut.
Und sie klingt fantastisch. Da müssen die GX210 ganz schön Federn lassen. Der Klang ist beeindruckend, auch die durch das DOLBY erreichte Rauschfreiheit. Nach kanpp 7 Stunden Reinigung, Reparatur und Justage ist alte Dame wieder so zu hören wie zu ihrer besten Zeit von 30 Jahren. Willkommen

Manchmal dauert es etwas länger bis man das Potential einer Maschine erkennt.  So auch im Fall der TEAC A 2300 SD.

Nach einer grösseren Umstrukturierung meiner Geräte, erforderlich durch den Einsatz eines „neuen“ Mixers (DATEQ 7.2) bekam die 2300 einen neuen Platz mit Anschluss an den Mixer. Da sie jetzt besser erreichbar ist und nicht mehr so abseits steht wird sie natürlich auch öfter genutzt. Was für ein Sound ! Es ist leider so, das Geräte die vorne stehen auch öfter laufen, auch wenn man eine gleichmäßige Betriebszeit aller Maschinen anstrebt.

Es fehlen nur noch die neuen Holzwangen.