DAS kleine „GANZE“

Endlich hat man alles zusammen und beginnt „zum Xten Mal“ den ganzen Kram zu verkabeln, Mischpulte anzuschließen und zu überlegen, wie man am besten die Geräte so verbindet, dass sich alles im Wechsel ohne langes Umräumen und verstellen benutzen lässt. Alles soll zentral bedienbar sein, alle Signale über den Mischer laufen und bei Aufnahme und Wiedergabe in Top Qualität aus den Lautsprechern kommen. OK…..gib mir 10 Jahre !
Das entspricht etwa dem Zeitraum, den es gebraucht hat, bis alles seinen Platz gefunden hat. Kommt ein Gerät dazu oder wird eines entfernt muss nicht umgestellt oder an der Verkabelung gefummelt werden. Ich musste die schmerzliche Erfahrung machen, dass manche NF-Verbindungskabel, auch wenn sie nicht die billigsten waren, nur für den Elektroschrott reichen. Immer wieder Probleme mit Pegeldifferenzen und Aussetzern. Bis mir dann der Kragen geplatzt ist. Alle Kabel raus…..Tonne……neues Kabel als Meterware bestellt und die Verbindungen mit Steckern selber angefertigt und verlegt. Das Ende der Probleme. Manchmal ist alles so einfach….!

Und alles schön beschriften, damit man weiß wo es hingehört !

Schnell gesteckt ist schnell gewechselt.

Kennen Sie das auch. Sie haben mehrere (z.B.) Plattenspieler und möchten diese öfters mal wechseln. Und schon liegt man unter dem Mischpult, hinter dem Regal und sucht die Stecker bzw. Steckdosen. Damit mir das nicht mehr passiert habe ich die Kabel meiner Spieler stark gekürzt und Kaltgerätestecker für den Strom bzw. XLR Stecker/Kupplungen für die Audioverbindung direkt am Plattenspieler angeschlossen. Die Verbindungen zum Strom und Mischpult liegen direkt neben dem Stellplatz des Players. Alle Spieler haben nun den gleichen Anschluss und lassen sich ohne große Mühe austauschen. Und die mit Mühe gebundenen und verlegten Kabelbäume braucht man nicht mehr auseinander zu pflücken.
Man braucht für die Stereoleitung des Plattenspielers nur eine 3 polige XLR Kombi (Stecker/Kupplung)
Rechts/Links/Masse. Das Gehäuse wird ebenfalls mit der Masse verbunden. Vorteil bietet hier eine gemeinsame Masseleitung ohne externes Massekabel. Lässt sich innerhalb des Spielers leicht realisieren. Nachteile dieser Massezusammenlegung habe ich bisher keine festgestellt. Das Kabel sollte aber eine Länge von maximal 1 Meter nicht überschreiten.

Es gibt natürlich Geräte mit Prioritäten. Aufgenommen wird nur auf bestimmten Maschinen, alle anderen sind nur für die Wiedergabe bestimmt, obwohl sie auch in allen Funktionen einsetzbar sind. Dafür sind die ReVox B77 zuständig. Alle Aufnahmen 2 und 4 Spur werden mit diesen Maschinen gemacht. Ausnahme sind Aufnahmen mit DOLBY die über die TEAC A-2300 laufen. Auch Aufnahmen mit 38er Geschwindigkeit in 2 Spur sind möglich. Mit dem TEAC A-3300 Master Recorder. Da das natürlich viel Bandmaterial kostet ist die Anzahl der Aufnahmen mit dieser Studiogeschwindigkeit überschaubar.
Aber, auch wenn nur mit den ReVox aufgenommen wird müssen die anderen Maschinen das ebenfalls ohne Probleme und langen Einstellarbeiten können. Also sollte ein einheitliches System geschaffen werden das so etwas möglich macht. Hier kommen VU-Anzeigen aus der Studiotechnik zum Einsatz. Ich besorgte mir RTW 1206D Peakmeter, die in Radio und Aufnahmestudios eingesetzt werden. Mit 101 Leuchtelementen in den Anzeigebalken ist eine präzise Aussteuerung möglich. Die Empfindlichkeit der Anzeige lässt sich einstellen.

Analog trifft digital, aber nur anzeigetechnisch.

Oben Analog, VU-Meter aus einer AKAI GX 630, angetrieben von einer Standard Anzeigeelektronik. Unten das erwähnte RTW Peakmeter. Während das RTW Instrument sehr schnell und präzise reagiert brauchen die Zeigerinstrumente wesentlich länger und decken auch nicht den gesamten Frequenzbereich ab. Die tiefen Frequenzen führen bevorzugt zum Zeigerausschlag. Die Anzeigen der Bandmaschinen reagieren jede auf ihre Weise unterschiedlich. Damit über das RTW Instrument alle Maschinen vernünftig ausgesteuert werden können muss hier eine einheitliche Einstellung gefunden werden. In diesem Fall erwies sich die minus 5=0 db Lösung als ideal. Über das Mischpult wird ein 1000 Hz Ton eingespeist und so ausgesteuert das am RTW Peakmeter -5 db angezeigt werden. An den Bandmaschinen wird der Aufnahmepegel auf 0db eingestellt (Hinterband). Für alle Maschinen die optimale Lösung mit optimalen Ergebnissen. Wird bei der Aufnahme also am Mixer mit 0dB ausgesteuert kommt das auch so bei den Bandmaschinen an.

Hilfsmittel der professionellen Art. Der RTW 1260 &  PPM1206 D. Natürlich vom Hersteller nicht mehr supported. Für die moderne Welt zu alt !

Um aber nicht nur präzise und verzerrungsfrei aufnehmen zu können, sondern auch das Phasenverhältnis des Stereo Signals im Auge behalten zu können bedarf es einer weiteren Anzeige. Der Korrelationsgradmesser. Auch hier bediente ich mich eines RTW Instruments, bestehend aus einer 21 stelligen LED Anzeige. Leuchtet’s gelb oder grün ist alles OK. Bei Rot wird eine Phasenverschiebung angezeigt. Über einen längeren Zeitraum ergeben sich dann Probleme im Mono Signal.

Die „Studioseite“ mit den 3 ReVox B77. Links die älteste Maschine 4 Spur, in der Mitte eine MK II also das neueste Modell, jetzt als 2 Spurer unterwegs und ebenfalls 2 spurig die Nr. 3 rechts im Bild.

Die linke (japanische) Seite im Studio. Ausnahme: Der DATEQ Mixer aus Holland.

Der Zuverlässigste aber auch teuerste analoge Audio-Router. Der AUX-S von DynaVox. Sehr wertige Verarbeitung, was sich allerdings auch im Preis niederschlägt.

Neben dem Problem, alle Geräte irgendwie ans Mischpult zu kriegen, wollte ich eine Option schaffen die es erlaubt CD-Player, Netzwerkplayer, Blue Ray Player und SAT Receiver auch ohne Mixer in Betrieb nehmen zu können. Einmal als Reserve, wenn der Mixer mal ausfällt. Außerdem muß das Mischpult nicht immer mitlaufen, wenn gerade keine Bandmaschinen oder Plattenspieler gebraucht werden, denn ich schaue auch gerne mal ins Fernsehen. Ich hatte mal einen SONY Vorverstärker mit unwahrscheinlich vielen Eingängen, bis ich bei einem missglückten Reparaturversuch durch Unachtsamkeit dieses tolle Teil in die ewigen Jagdgründe schickte. Als Ersatz dient nun ein Kenwood C2 Vorverstärker, dessen Hochpegel Eingänge sich auch ohne Stromversorgung auf die Rec. Ausgänge schalten lassen, die sich wiederum über diverse Routingschalter mit den diversen Verstärkern im Museumsregal oder im Studio/Werkstatt verbinden lassen. Eine echte Herausforderung bei der Verkabelung aber alles funktioniert wie es soll.

Gib mir Namen…oder Farben. Hat sich bewährt. Farbkennungen für leichtes Routing.

Kenwood C2 Vorverstärker. Ein C1 ist auch im Einsatz.

Die preiswerteren Kollegen verrichten ihren Job auch ganz ordentlich. Bisher keine Klagen. Foto: Mr. Yellow und Mr. Green. Zuspieloptionen für den DATEQ Mixer. Der Kenwood C2 Vorverstärker. Er routet auch ohne Strom. Mit Strom ist er ein ausgezeichneter Vorverstärker, wenn erforderlich auch mit diversen Phono- Optionen. Hier kann man alles anschließen was Musik macht.

Der passende 19″ Ausschnitt im Studiotisch macht einen Mixerwechsel leicht.

Inzwischen hat das Dateq Pult den Soundcraft Mixer abgelöst, der wegen der Bedienbarkeit seiner zu leichten Fader aus dem Verkehr gezogen wurde. Das soll aber nicht heißen, dass hier eine Verschrottung droht. Bei Gelegenheit, Zeit und Muße werde ich wohl einmal beginnen die Fader zu tauschen. Keine „kurzfristige“ Aufgabe. Alles auf einer Platine. Es sei noch erwähnenswert, dass 6,3 mm Klinkenstecker und damit natürlich auch die Buchsen in den Mischpulten sich als stationäre Audioverbindungen hier bei mir nicht bewährt haben. Gerade bei den Mischpulten ohne RCA Buchsen ist man auf Adapter angewiesen, oder man lötet sich halt Kabel von RCA auf Klinke. Stecker gibt’s vergoldet, die Buchsen im Mischer sind das leider nicht. Immer wieder kam es zu Problemen , weil die Klinkenstecker rumzickten. Das mag „on the Road“ nicht passieren, da hier die Steckverbindungen oft bewegt werden. Im stationären Einsatz aber habe ich, und das gilt für alle bisher mit Klinkenbuchsen verwendeten Mischer, keine guten Erfahrungen mit dieser Verbindungstechnik gemacht. Die DATEQ Mischer verwenden Cinch Buchsen (vergoldet) und haben keinerlei Probleme.

Sehr günstig in einer Auktion erstanden. Ist ein erstaunlich gefragter Oldie. Ich weiß warum.

Sehr Kamerascheu. Der AKAI AA-5810. Fällt nie unangenehm auf, funktioniert einwandfrei und wurde jetzt als 3 Kraft in’s Studio geholt. Musste nach dem Kauf nur entnikotisiert werden. Kräftiger und sehr weich klingender Verstärker. Mit 10 Kg für seine Größe doch recht schwer. Spricht für die gute Verarbeitung. 2*50 Watt an 8 Ohm, Baujahr 1976. Leider fehlen ihm die Holzwangen. Ein echter AKAI !

Geballte Power. KENWOOD, PIONEER, YAMAHA.

Ohne diese Kandidaten liefe gar nichts. Der Turm mit dem Yamaha AX-892, dem KENWOOD C2, dem Cassettendeck KX-4520 auch von KENWOOD und dem PIONEER PD-S507 CD-Player. Hier nimmt das Audio Routing am C2 seinen Anfang.

Die Sache mit der „ERDE“ !

Vielleicht kennen Sie das Problem ja auch. Bei mir stehen die gezeigten Geräte ziemlich weit auseinander. Eine Gruppe links im Raum, 4 m Gegenüber die anderen Maschinen. Einige dieser Geräte haben einen Schutzleiteranschluss, einige nicht. Auf jeder Seite des Raumes befinden sich Steckdosen, an die die Geräte angeschlossen sind. Soweit so gut.

Nun möchten Sie, weil man es ja auch so verkabelt hat, die Musik von den Geräten der linken Seite auf dem Verstärker der rechten Seite wiedergeben. Funktioniert auch. Nun stoppt man die Musik pegelt alle Eingänge auf null und dreht den Verstärker weit auf (keine Musik aber Leitung offen). Na……..brummt’s ? Ein Problem das viele Audioanlagen bzw. Studiobesitzer teilen.

Da steckt man alle Stecker so in die Steckdose, dass die Phase immer an der richtigen Stelle ist (es gibt Phaser mit denen man das testen kann) und trotzdem wird’s nicht besser.

Das „Problem“ liegt in der Erde, im sogenannten Schutzleiter der im ganzen Haus in jeder Steckdose präsent ist und Leckströmen ihres Audiosystems. Erden Sie ihre Geräte zentral, bei mir heißt das, alle Geräte (mit Schutzleiter) sind an einem Punkt geerdet und zwar (einfach gesagt) auf der linken (Steckdosen)-Seite des Raumes. Über die Ursachen der Leckströme informiert sie der unten angegebene Link. Da können die Audio Leitungen noch so gut geschirmt sein, das Problem lösen sie nur mit einem zentralen Schutzleiter Anschluss. (Sternpunkt, oder zentrale Potentialausgleichsschiene).

Das Abklemmen des Schutzleiters am Gerät sollte in keinem Fall die Lösung sein.  Das ist nicht nur gefährlich sondern auch verboten und leichtsinnig !!Artikel zu diesem Problem finden Sie im Internet reichlich. Erwähnt sei dieser Link:

https://www.spsc.tugraz.at/sites/default/files/BA_Schmidt_Erdungskonzepte_fuer_Audioinstallationen.pdf

Eine große Hilfe zur Beseitigung dieses Problems.