Zu schade für die Tonne !

DAS „SWITCH PROJEKT“ am  PIONEER A-501(R)

Sein größtes Problem ist der motorisierte Quellenumschalter (Eingangswähler). Und so verwunderte es auch nicht, als nach einigen Wochen des Testlaufs im Studio der Schalter seinen Dienst verweigerte. Der Motor lief ununterbrochen, eine Eingangswahl war nicht möglich. Blieb also nur die eine Möglichkeit, auslöten und nachschauen.

Das ganze Elend im Blick. Ein Zahnrad hat sich total zerlegt.



Als Ersatzteil gibt es den ALPS Schalter leider nicht mehr. Nun könnte man sich einen Satz Zahnräder (Modellbau) bestellen und einen Ersatz in das Getriebe basteln. Die Schwächen des Schalters bleiben, den man auch noch komplett zerlegen müsste, denn die Kontakte hätten noch immer die gleichen Probleme und müssten gereinigt und gefettet werden. Dann alles wieder (richtig) zusammenbauen und einlöten. Man muss sehr gut aufpassen, denn die Stellung des Schalters muss mit der Position des Frontschalters übereinstimmen. Funktioniert oder passt etwas nicht muß alles wieder raus und das Spiel beginnt von vorne. Und zum Dauerlöten ist die Platine nicht gebaut. Also kommt eine Instandsetzung für mich nicht in Frage. Was macht man mit einem guten Verstärker, dessen wichtigster Schalter sein EoL (End of Life) erreicht hat ? Umbauen auf Handbetrieb. Mit einem 6-fach Stufenschalter (wie in den guten alten Zeiten), einigen Zentimetern Draht und etwas Mess- und Lötarbeit müsste das zu schaffen sein. Also erst einmal herausfinden, wie der Schalter funktioniert und die Zuordnung der Lötpunkte notieren. Von den 4 Schaltebenen sind nur 2 für die Audiosignale (R+L) zuständig. Der Rest ist für den Motorbetrieb erforderlich (Positionsbestimmung und Steuerung), und wird nicht mehr benötigt. Mit Hilfe eines Tongenerators und Millivoltmeters war das schnell gemacht. Für die Hochpegeleingänge geht das problemlos ohne Strom. Alle Belegungen sind notiert und der Signalverlauf ist geklärt.

Es folgen Überlegungen wie die Sache verdrahtet werden soll. Und dann wäre da der Umschalter, der in die Front eingebaut wird und möglichst unauffällig den Original Umschalter ersetzen soll. Es könnte Platzprobleme geben. Aber das wird erst dann akut, wenn der neue Schalter eintrifft und die Verdrahtung beginnt. Das Original wird noch nicht entfernt bis klar ist, ob die Audioumschaltung ohne die Motoren funktioniert. Es ist immer mit versteckten Problemen zu rechnen.

Bestückungsseite. Hier saß der Motorschalter.

Übersichtlicher als gedacht. Die neue Verkabelung. Endlich keine Kontaktprobleme mehr.

Nun gut, das ausmessen der Eingänge war kein Problem und nach Zerlegung des Schalters war auch der Ausgang gefunden, der Phono Eingang ergab sich aus der Platinenbelegung, da einige Anschlüsse nicht belegt sind.
Bevor der Schalter eintrifft, sollten die Kabel verlötet sein. Also los. Rot für rechts, blau für links, die Stränge werden getrennt geführt um ein Übersprechen zu vermeiden. Trotz meiner Zeichnung wurden alle Anschlüsse vor dem löten noch einmal gemessen. Ein kurzer Check eines Anschlusses über Kopfhörer genügte um die Funktion zu prüfen. Der Wermutstropfen folgte auf dem Fuße. Bisher klappte alles zu gut. Der Ausbau des „alten“ Schalters aus der Front entpuppte sich als Horror. Völlig zugebaut und mit dem lösen einiger Schrauben und der Frontplatte nicht zu bewerkstelligen. Es half nur dosierte Gewalt um das Teil auszubauen. Die Verbindungen wurden ebenfalls gekappt, so das wir nun einen nicht fernbedienbaren Verstärker haben. Es war ja so gewollt. Gespannt darf man sein, ob der bestellte Schalter in die vorhandene Öffnung passt.

Aus dieser Bucht mußte der Originalschalter entfernt werden. Ein absoluter Horror !!

So soll es auch mit dem neuen Schalter wieder aussehen.

Der umgebaute Verstärker sollte äußerlich nicht anders aussehen. Keine anderen Knöpfe und keine zusätzlichen Teile. Es wird spannend. Mit dem Ausbau des motorisierten Frontschalters und der Verkabelung des selben entfallen durch die komplexe Beschaltung sämtliche Fernbedienungsfunktionen. Auch die Funktion des „MUTE“ Schalters hängt wohl damit zusammen. Aber wer braucht den schon ? Alles andere funktioniert einwandfrei. Die Verkabelung des neuen Schalters wird kein Problem darstellen. Eventuell muss die Achse angepasst werden um den Original Pioneer Knopf aufzunehmen.
Der Schalter wurde geliefert und am gleichen Tag noch eingebaut. Mechanisch kein größeres Problem. Er passte genau in die Aussparung des alten Programmwählers. Der Achse wurde angepasst, so das der Pioneer Knopf wieder verwendet werden konnte. Alle Eingänge arbeiten fehlerfrei.

Was hat der ganze Umbau gebracht ?

Der Verstärker wird im Studio zum abhören verwendet, zwei Eingänge werden genutzt. Die Fernbedienung wurde bisher nie verwendet. Nun stellt sich dieses Problem nicht mehr. Alle Funktionen sind durch den Ausbau des Schalters und dessen Verkabelung deaktiviert.

Die „MUTING“ Funktion ist ebenfalls nicht mehr gegeben, ebenfalls durch die entfernte Verkabelung. Muting lässt sich normalerweise auch über die Fernbedienung schalten.

Von vorn noch Original.

Der Record Selector schaltet das Signal nicht mehr auf die Tapeausgänge. Ist eigentlich auch logisch, da hier jeder einzelne Eingang abgefragt wird und die neue Beschaltung das nicht berücksichtigt. Man könnte das natürlich noch entsprechend verdrahten. Da diese Funktion aber nicht benötigt wird  ist eine Anpassung derzeit nicht geplant.
Es wurden keine geschirmten Kabel verwendet. Der Trafo sitzt weit weg und das Line Signal ist hoch genug und nicht so empfindlich. Minimales Brummen gibt es mit offenen Eingängen nur ohne den Verstärker Deckel. Ist der montiert gibt es keinerlei Einstreuungen über die Signalleitungen.

Fertig verkabelt. Alles nach vorn !! Schön wenn es keine Kontaktprobleme mehr gibt.